Die Idee hinter CAMMP

Quelle: Thomas Camminady

Mit CAMMP schlüpfen Schüler:innen in die Rolle von Wissenschaftler:innen und erleben die Grundlagen der mathematischen Modellierung anhand von praktischen Beispielen. In kleinen Teams lösen die Schüler:innen herausfordernde reale Probleme und setzen dafür mathematische Methoden und Computersimulationen ein. Dabei werden sie von Wissenschaftler:innen unterstützt.

Fragen mit denen sich die Schüler:innen beschäftigen, stammen aus den unterschiedlichsten Bereichen: von Finanzindustrie, Luft- und Raumfahrttechnik und medizinischer Bildgebung über aktuelle KI-Technologien bis hin zur Klimaforschung und Erneuerbaren Energien.

CAMMP ermöglicht mathematisch, informatisch bzw. MINT begeisterten Schüler:innen sich über die Theorie hinaus mit dem Lösen von Problemen zu beschäftigen. Durch die längere, intensivere Auseinandersetzung mit einem Problem erhaschen Schüler:innen einen Einblick in die Berufswelt von Mathematikern:innen, Informatikern:innen und Ingenieuren:innen.

CAMMP bietet zahlreiche Angebote für Schüler:innen, Lehrkräfte und Studierende rund um die mathematische Modellierung!

In unserem Podcast zum CAMMP day (mathematischer Modellierungstag) und zur CAMMP week (Modellierungswoche) oder unserem Kurzfilm zu CAMMP erfahren Sie noch mehr zur Idee von CAMMP!

Projektziele

CAMMP will die Bedeutung von Mathematik und Simulationswissenschaften für unsere Gesellschaft bewusst machen.

CAMMP möchte spielerisch das aktive Betreiben von mathematischer Modellierung ermöglichen und damit sogleich Kompetenzen in diesem Bereich fördern. Die mathematische Modellierung umfasst in Anlehnung an die Bildungspläne folgende Schritte:

  • Übersetzen des in Umgangssprache formulierten Problems in ein mathematisches Modell
  • Lösung des Modells mittels vorhandener mathematischer Kenntnisse
  • Bewertung und Überprüfung der erhaltenen Lösung durch Interpretation der Ergebnisse und Beschreibung für den Anwender

CAMMP soll Schüler:innen als Berufs- und Studienorientierung dienen.

Mit CAMMP sollen durch die Arbeit in kleinen Teams zusätzlich weitere prozessbezogene Kompetenzen, wie Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie das Nutzen von Hard- und Software-Werkzeugen zur Problemlösung gefördert werden.

Neben den Schüler:innen können auch Mathematiklehrer:innen von einer intensiven Beschäftigung mit mathematischer Modellierung profitieren. Schüler:innen empfinden es meist sehr motivierend authentische Mathematik anhand von realen Beispielen zu erleben.

CAMMP dient als perfekter Anknüpfungspunkt für das Schulfach IMP  (Informatik, Mathematik, Physik), da das Zusammenspiel dieser drei Fächer vollkommen ausgenutzt wird: Die Physik liefert zugrunde liegenden Naturgesetze, die Mathematik iterative Verfahren, und in der Informatik wird die Simulation auf dieser Basis realisiert (Renate Allgöwer, Stuttgarter Zeitung, 14.08.2018).

Historie

Schon seit 1993 bietet das Projekt KOMMS aus Kaiserslautern, ähnlich wie CAMMP, jeweils im Sommer eine Woche zum Thema Mathematische Modellierung in Rheinland-Pfalz an. Ins Leben gerufen wurde die Projektwoche von Professor Dr. Helmut Neunzert, dem ehemaligen Leiter des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM. Seitdem finden Veranstaltung dieser Art regelmäßig in ganz Deutschland, Österreich und Italien (Südtirol) statt.

2011 gründeten Prof. Dr. Ahmed Ismail1, Dr. Nicole Faber2 und Prof. Dr. Martin Frank3 CAMMP in Aachen und im Mai 2011 fand die erste CAMMP week statt, die seitdem jährlich ausgerichtet wird. Das Veranstaltungsformat CAMMP day, eintägige Modellierungstage, bei denen Klassen oder Kurse an einem Tag an der RWTH Aachen die mathematische Modellierung näher kennenlernen können, wurde 2012 ingeführt. Ein Jahr später wurde CAMMP offiziell als Schülerlabor anerkannt und gehört seitdem zu den EDULABS  der RWTH Aachen.

Im September 2015 verließ der Mitbegründer Prof. Dr. Ahmed E. Ismail das Schülerlabor, da dieser einem Ruf an die University of Virginia folgte. 2017 erweiterte sich CAMMP durch einen zweiten Standort in Karlsruhe, da Mitgründer Prof. Dr. Martin Frank im September 2017 ans KIT  wechselte und dort zusammen mit Maren Hattebuhr und Kirsten Wohak CAMMP aufbaut.

 

1 bis August 2015: Lehrstuhl für Molekulare Simulation und Transformation, RWTH Aachen; seit September 2015: Forschungsgruppe Molekulare Simulation, West Virginia University.
2 Graduiertenschule AICES, RWTH Aachen.
3 bis August 2017: MathCCES, RWTH Aachen; seit September 2017: SCC, KIT.